Alles fing 2003 in Stuttgart an. Ich war gerade mit meinem Volkswirtschaftsstudium fertig und fasziniert von einer Frage: Wie funktioniert eigentlich die deutsche Automobilwirtschaft wirklich? Nicht die glatte PR-Version, sondern die echten Strukturen dahinter.
Während meiner Promotion von 2006 bis 2009 habe ich mich intensiv mit Zulieferernetzwerken in Baden-Württemberg beschäftigt. Das war damals noch eine Welt ohne Elektromobilität — aber die Netzwerkfragen, die Abhängigkeitsstrukturen, die regionalen Konzentrationsmuster, das alles war schon hochspannend. Ich bin raus aus dem Büro, hab mit Zulieferern gesprochen, in Produktionshallen gestanden, Daten gesammelt.
Die ersten zehn Jahre beim Institut für Wirtschaftsforschung Stuttgart waren prägend. Wir haben Prognosemodelle entwickelt, Szenarien durchgerechnet. Das gab mir ein tiefes Verständnis dafür, wie sensibel diese Industrie gegenüber Schocks ist — ob Finanzkrisen oder technologische Umbrüche. Und dann kam die Elektromobilität. Nicht als Trend, sondern als existenzielle Frage für Hunderttausende Arbeitsplätze.
Seit 2019 leite ich die Forschungsgruppe Mobilitätswandel beim Mobilitätswandel Institut. Hier kann ich mich vollständig auf die zentrale Herausforderung konzentrieren: Wie verstehen wir die aktuelle Transformation? Wie quantifizieren wir die Beschäftigungseffekte in Bayern und Baden-Württemberg? Wie analysieren wir die Chancen und Risiken für Zulieferer?